Kopfgeschlagen Blog

Kurioses & Wissenswertes aus Medizin, Justiz, Liebe, Religion & Alltag

Liebesgedichte aus der Via poetica

(c) 1998 – 2008 Carola Hipper

Veratmete Zeit

Beflügelte Schwermut

verdammt

die Liebenden

in sterblicher Umarmung

zu grauer Gegenwart

 

Minutenschnell

zerglüht

im Hoffnungsfeuer

die schimmernde Luft

veratmeter Zeit

 

Sekunden später

sind wir

gelebte Vergangenheit

 

Mehr Poesie zum ER-hören auf der Via poetica von www.terra-lucida.de

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Dezember 22, 2008 Verfasst von kopfgeschlagen | Liebe & Leidenschaft | , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Popstars – Entscheidung: Antonella ist eine Queensberry- korrekt gewählt oder doch alles bloß gefaked?

Es war keine echte Überraschung: Antonella hat die Popstars-Entscheidungsshow gewonnen und darf sich nun als viertes Mitglied in die Band Queensberry einfügen. War das nicht von vornherein klar? Antonella hatte unter den verbliebenen Kandidatinnen zweifellos den größten Sex-Appeal, aber bitte, was bedeutet das schon? Songs will man hören, nicht sehen, da fragt man sich, ob Sido mit seiner Kritik, das ganze Format sei gefaked, nicht doch recht hatte.

Das No-smoke-Video der Queensberrys ist was fürs Auge, aber nicht für die Ohren – leider, leider, denn der Song ist grundsätzlich hitverdächtig und könnte richtig Spaß machen. Aber leider ist man ein bißchen verwöhnt, wenn man Diyana in „No Smoke“ gehört hat. Seinerzeit hatte sie in einer der Bandhouse-Shows, die von Kay Kay als Bandhouse-Chefin organisiert worden war, einen leading Part in diesem Song übernommen und damit Maßstäbe gesetzt. Die jetzige Einteilung des Songs überzeugt nicht wirklich… Ok, Gabriella macht einen tollen Job, ihre Stimme ist hörenswert, aber die anderen drei bringen sich nicht wirklich ein (optisch ein Hingucker, stimmlich kaum erwähnenswert).

Victoria hat zweifellos das hübscheste Gesicht der Band. Ihre Stimme ist beachtlich, doch ihr Englisch hat leider einen gewissen Gruselfaktor. Nicht nur, daß sie einige Silben verschluckt, sie versteht offenbar gar nicht wirklich, was sie da singt (daran könnte man arbeiten!).
Im No-smoke-Video hört sich „Sensuality“ unangenehm unbeholfen an (wie ein echter Germanismus eben), diesen Part, der im Bandhouse von Diyana gesungen wurde, hätte in der Endfassung von Gabby gesungen werden müssen, damit das Ganze Format bekommen hätte. Schade. Man müßte die Ressourcen vernünftig einsetzen, dann käme auch ein gutes Ergebnis heraus, trotz kleiner Schwachstellen.

Leo geht in der aktuellen Fassung stimmlich total unter (was nicht schlimm ist, denn Leo ist zwar sehr sympathisch, aber keine herausragende Sängerin), während Antonella immer leicht erkältet klingt… Ich habe mir das Video gern angesehen. Aber wenn ich eine tolle Stimme hören möchte, lade ich mir bei Musicload Songs von Diyana herunter. Leider ist die Version von „No Smoke“ mit Diyana und Kay Kay nicht bei Musicload zu haben. Da haben die Macher der Queensberry-Band wohl Angst, daß sich die Diyana-Version besser verkaufen könnte?!

Dezember 22, 2008 Verfasst von kopfgeschlagen | Zeitgeschehen | , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

(1) kleine Vorweihnachtspoesie…

Liebesgedichte aus der Via poetica

 

Atemlos schweigt

© 1998 – 2008 Carola Hipper

 

 

 

Lieben

oder

nichts unversucht lassen

im Kampf

um das Sterben der Zeit

der Erfüllung?

 

Erfüllung

verheißt in Liebe

nichts als

Tod

in kleinen Schritten

bis

 

Liebe

hoffnungsvoll

sich selbst bestärkt

durch

Erneuerung

im Zeichen des

wahren Begegnens

wo

atemlos schweigt

die Zeit.

 

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Dezember 22, 2008 Verfasst von kopfgeschlagen | Uncategorized | , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Aus dem urologischen Alltag: Kommt ein Genitalferkel zum Arzt…

Ein kleines Beispiel aus dem Medizineralltag möchte ich noch anführen, weil es so hübsch grotesk und zugleich belustigend ist. Wer sich schnell ekelt, sollte den folgenden Exkurs in die urologische Ambulanz besser überlesen, obwohl ich persönlich diese kleine „Genitalsauerei“ für sehr lehrreich halte, besonders für Menschen, die „Feuchtgebiete“ für einen Ratgeber und Miss Roche für eine Sexual-Therapeutin halten…

 

In den Neunzigern begegnete mir am Essener Uniklinikum „meine große Liebe“ (heute ist sie nicht mehr ganz so groß) ein Urologe, mit dem ich eine Menge durchgemacht habe. Allerdings gab es auch viel Schönes und zuweilen Amüsantes. Die Vorlesungen meines Liebsten waren bei den Studenten schon damals sehr beliebt, denn er verstand es, Fachliches mit Amüsantem zu vermischen, ohne die Studis zu sehr vom Thema abzulenken.

Es gibt in der Medizin Menschliches, allzu Menschliches, Kurioses, Verblüffendes, Ernüchterndes, Trauriges, Erschreckendes und manchmal auch Schönes. Zu den Kuriositäten zähle ich die folgende Anekdote aus der urologischen Ambulanz, die mein Herby alle Jahre wieder in der Vorlesung zum Thema „urologische Notfälle“ erzählt. Aus juristischen Gründen habe ich diesen authentischen Fall ein wenig abgewandelt und verfremdet, damit sich der Patient darin nicht wiedererkennt (er ist Jurist und würde mich verklagen!).

Ein dreißigjähriger Mann kommt als Notfall in die urologische Ambulanz. Er klagt über akuten Harnverhalt (er kann nicht Pipi machen) und Schmerzen in Unterbauch und Penis. Die Sozialanamnese ist unauffällig: Der Patient ist Rechtsanwalt, gut genährt und gut gekleidet, unverheiratet. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung läßt sich der Unterbauchschmerz rasch abklären: Es handelt sich um einen Druckschmerz, verursacht durch den Füllungszustand der Blase. Als sich der diensthabende Urologe daranmacht, den Penis des Patienten zu untersuchen, stößt er auf heftige Gegenwehr. Der Patient »zickt herum«, will sich unterhalb der Gürtellinie auf keinen Fall entblößen. Auf die Frage, wann er zum letzten Mal Geschlechtsverkehr gehabt habe, erklärt der Patient: »Noch nie.«

Mit Geduld und gutem Zuspruch gelingt es dem Arzt schließlich, seinen Patienten dazu zu bewegen, die Genitalregion freizumachen. Ein Blasenstau kann verschiedenen Ursachen haben, eine davon ist ein Abflußhindernis in der Harnröhre, z. B. nach autoerotischen »Spielereien«, bei denen sich die Patienten Nägel, Glühbirnchen und allerlei andere Gegenstände einführen. Also ist es wichtig, den Penis zu untersuchen: Das Glied war leicht geschwollen und gerötet. Bei der genauen Untersuchung, bei der die Vorhaut zurückgeschoben wird, um den Ausgang der Harnröhre zu inspizieren, entdeckte der Untersucher zu seiner Bestürzung mehrere, fast erbsengroße Smegma-Steine, die offenbar zu einer Entzündung des Peniskopfes geführt und so die Schwellung verursacht hatten.

Was sind Smegma-Steine? Nun Smegma ist eine weißlich-gelbe, talghaltige Absonderung der Vorhaut- und Eicheldrüsen, die bei mangelnder Genitalhygiene zu Entzündungen führen kann.

Dieser Patient hatte sich offenbar in seinem ganzen Leben noch nicht unter der Vorhaut gewaschen! Andernfalls wäre es kaum zu einer Steinbildung unter der Vorhaut gekommen, und schon gar nicht zu Steinen von dieser Größe! So etwas geschieht nur, wenn das Sekret nebst Bakterien, die sich darin bilden, jahrelang nicht entfernt worden ist. Iiiihgittigittipfui! Wie schauerlich! Kein Wunder, daß der Mann mit unglaublichen dreißig Jahren noch immer Jungfrau war! Heutzutage würde man sagen: Der hat sicher Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ gelesen, das Buch für einen Sexualratgeber gehalten (so wird es vom Verlag tatsächlich beworben – echt grotesk!) und geglaubt, daß Genitalferkel hätten mehr Spaß am Leben.

Angesprochen auf sein Hygieneverhalten, behauptete der arme Mensch auch noch, ein Ästhet zu sein und sich daher um »niedere Regionen« nicht gekümmert zu haben. Das sei nun mal unter seinem Niveau! Da fehlen mir die Worte! Es scheint viele, äußerst dehnbare Auffassungen von Ästhetik zu geben. An diesem Beispiel zeigt sich übrigens ein wesentlicher Unterschied zwischen dem klassischen Homosexuellen und der männlichen „Diva“: Schwule Männer besitzen in der Regel Stil und Geschmack (und sie waschen sich regelmäßig!). Die „männliche Diva“ hat weder das eine noch das andere, glaubt aber, beides im Überfluß zu besitzen. Man könnte beinahe vermuten, dieser Männertypus sei ein Produkt der postmodernen Verweichlichung des Mannes. Doch leider stimmt auch das nicht ganz. Denn männliche Diven finden sich außergewöhnlich oft unter Vertretern der Jahrgänge zwischen 1945 und 1955, und zu dieser Zeit war der Begriff der Postmoderne noch nicht erfunden stimmt´s oder habe ich recht?

Dezember 22, 2008 Verfasst von kopfgeschlagen | Uncategorized | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare